Verband der Studienreiseleiter e.V.

German Tourguide Association - gegründet 1988

Hinweis
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reiseleiterverband16Berufsbild - Reiseleitung?

Reiseleitung ist kein Ausbildungsberuf.
Ein Berufsbild für das Tätigkeitsfeld Reiseleitung existiert nicht, ebensowenig gibt es formale Zugangskriterien.

Der Begriff 'Reiseleitung' ist ungeschützt und beschreibt unterschiedliche Aufgabengebiete:
Reisebegleitung, Standortreiseleitung, Rundreiseleitung, Studienreiseleitung.

'Reiseleitung' definiert nicht, ob es sich um eine technisch, organisatorische Reiseleitung und Reisebetreuung oder eine darüberhinaus auch inhaltlich ausgerichtete Reiseleitung handelt.

Die Schaffung eines Berufsbildes Reiseleitung ist umstritten:
Voraussetzung für die Erstellung eines Berufsbildes ist die Nachfrage der Wirtschaft und die Übereinstimmung der Sozialpartner.
Angesichts der geringen Zahl der Reiseleiter, der unterschiedlichen Beschäftigungsformen und uneinheitlichen Anforderungsprofilen, die an diese Tätigkeit gestellt werden, besteht für die deutsche Wirtschaft und die touristische Branche an der staatlichen Reglementierung eines Berufsbildes bislang kein Bedarf.

Als freiwillige Qualifizierungsmaßnahme wurde das Reiseleiterzertifikat des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) in Zusammenarbeit mit der Hochschule Bremen eingeführt.

Die nach wie vor nicht geklärte Situation bedeutet für deutsche Reiseleiter einen Wettbewerbsnachteil innerhalb eines sich harmonisierenden europäischen und globalen Reisemarktes.
Deutsche Reiseleiter erleben im Ausland zunehmend Behinderungen ihrer Tätigkeit und sehen sich dem Vorwurf der Illegalität ausgesetzt.

Für die EU-Mitgliedstaaten gilt:
Die Rechtsauffassungen der Mitgliedstaaten zu Artikel 59 des EWG-Vertrages, freier Verkehr von Dienstleistungen, sind unterschiedlich.
Deutschland vertritt die Auffassung, dass die Dienstleistung Reiseleitung in all ihren Facetten keiner staatlichen Reglementierung unterliegt und grenzüberschreitend ausgeübt werden kann.
In den meisten EU-Ländern gilt die Regelung, dass Reiseleitung im Sinne einer Reisebegleitung ohne Einschränkung ausgeübt werden kann, Reiseführung dagegen, die Erklärungen zu Kunstdenkmälern, Geschichte, auch Naturdenkmälern miteinbezieht, der Hoheit der jeweiligen Staaten unterliegt.

In folgend genannten EU-Ländern ist die Tätigkeit der Reiseleitung staatlich geregelt:
Belgien, Frankreich, Griechenland, Italien, Luxembourg (Stadt), Österreich, Portugal, Spanien.

In folgend genannten EU-Ländern unterliegt die Tätigkeit der Reiseleitung keiner oder einer lokalen Regelung (z.B. London):
Dänemark, Deutschland, England, Finnland, Irland, Niederlande, Schweden.

- hierzu auch ein sachdienlicher Artikel im "Wolfsburger Blatt":

http://www.wolfsburgerblatt.de/berufswelt/76-ausbildung/75204252-studienreiseleiter

 

Honorare

Tarifliche Vereinbarungen und zwingend vorgeschriebene Vertragsformen gibt es nicht.

Beschäftigungsverhältnisse

1. Honorarbasis

Die meisten Veranstalter setzen Reiseleiter auf Honorarbasis ein, d.h. der Reiseleiter erhält sein Honorar gegen Rechnung - unbedingt auf Umsatzsteuer achten! -, versteuert sein Einkommen eigenständig und versichert sich selbst (Kranken-, berufliche Unfall-, Haftpflicht-, Gepäckversicherung, zusätzliche Auslandskrankenversicherung, Altersvorsorge).

2. Befristeter Vertrag in lohnabhängiger Beschäftigung

d.h. der Reiseleiter ist angestellt entweder für die Dauer des Reiseeinsatzes oder für mehrere Monate kontinuierlich. Der Arbeitgeber übernimmt den Arbeitgeberanteil für die Sozialversicherung und bezahlt vermögenswirksame Leistungen.

3. Sonstige

Eine kleine Gruppe der Reiseleiter ist anderweitig alimentiert und versichert (z.B. Rente/Pension)

In allen genannten Fällen wird der Reiseleiter nach geleisteten Reisetagen bezahlt. Das Einkommen berechnet sich nach Tagessätzen ab 85 Euro (beim Anfänger), bei besonderen Anforderungen und langjähriger Erfahrung bis 250 Euro. Grundsätzlich sind die Tagessätze jedoch an die Anforderungen gebunden und verhandelbar.

Einige Veranstalter bezahlen zusätzlich zu dem vereinbarten Tagessatz Prämien, Spesen, Weihnachtsbonus, Gewinnbeteiligung an verkauften Ausflügen, Pauschalbeträge für Literatur, Wäsche u.a.

Grundsätzlich gilt: das Honorar ist verhandelbar.
In kleineren Unternehmen, in denen der Reiseleiter auch andere Aufgaben selbständig übernimmt wie Konzeption von Reisen, Einkauf der Leistungsträger und Marketing, sind die Verhandlungsspielräume größer und können sich eher auf den individuellen Fall ausrichten als in größeren Betrieben, die eine Staffelung des Honorars festgeschrieben haben.