Verband der Studienreiseleiter e.V.

German Tourguide Association - gegründet 1988

RDA-Busverband startet eigene Vermittlung

Der Busverband RDA startet im Internet eine eigene Vermittlung von Fahrzeugen für Gruppenfahrten.

Der RDA will in Kürze mit einem eigenen Vermittlungsportal für Verbandsmitglieder im Internet starten.

Unter Bus.de können Anfragen für eine Gruppenreise eingegeben werden. Alle registrierten Busfirmen können dann Angebote abgeben.

„Anders als bei Flixbus bekommt der Kunde direkten Kontakt zur Busfirma, die ihm eine Fahrt anbietet“, sagt RDA-Vizepräsident B. Esser.

Auf dem Tag der Bustouristik in Bremen spürte man den Ärger über den größten Busanbieter Flixbus. Denn seit einigen Monaten gibt es ein Vermietungsportal für Gruppenfahrten von Flixbus. Das neue Flixbus-Portal lädt Schulklassen, Vereine, Seniorengruppen u. a. geradezu ein, die nächste Gruppenreise mit ein paar Klicks auf eigene Faust zu buchen, anstatt wie bisher ein Busunternehmen (oder Reisebüro) mit der gesamten Organisation zu beauftragen.

Beim RDA fürchtet man daher um die Zukunft mittlerer und kleinerer Unternehmen und ist über die aggressive Expansion von Flixbus nicht erfreut.

Der RDA-Hauptgeschäftsführer Dieter Gauf warnt aber vor der „einfachen“ Internetbuchung: „Wer eine Pauschal-Gruppenreise bucht, ist viel besser abgesichert, z. B. bei Unfällen oder Insolvenz des Anbieters.“ Zudem können man von der Expertise eines regional etablierten Busunternehmens profitieren. „Beim Flixbus-Portal weiß man nicht, wer die Fahrt durchführt und ob der Fahrer zur Mentalität der Reisegruppe passt...Manche wissen gar nicht, auf welche Risiken sie sich einlassen. Das wird erst vielen erst klar, wenn tatsächlich etwas passiert und der Schaden nicht durch Versicherungen abgedeckt ist.“

Anders als bei Flixbus gibt es bei Busunternehmen Beratung und auf Wunsch auch die Absicherung durch einen Veranstalter. Außerdem hätten die Teilnehmer bei einer Pauschalreise Ansprüche auf Schadensausgleich bei schlechter Leistung des Anbieters.

Der RDA vertritt international ca. 3 000 Mitgliedsbetriebe.

Flixbus hat ca. 1 000 Beschäftigte, aber keine eigenen Busse. Daneben kooperiert man mit 250 regionalen Buspartnern, davon 250 in Deutschland, mit insgesamt 5 000 Fahrern.

2016 haben ca. 20 Buspartner die Kooperation im Fernbusgeschäft beendet, weil es sich „als Subunternehmer nicht mehr rentiere“.

 Peter Weinert                     (Auszug aus einem Artikel der Stuttgarter Ztg. vom 13.  I.  2017)